Eine anonyme Urnenbeisetzung wird in der Schweiz aus unterschiedlichen Gründen gewählt. Oft steht der Wunsch im Vordergrund, den Angehörigen keine Last bei der zukünftigen Grabpflege aufzubürden, oder es fehlen schlicht nahe Verwandte. Doch wie genau läuft eine solche Bestattung ab?
Der erste Schritt unterscheidet sich nicht von einer klassischen Urnenbestattung. Der Verstorbene wird in einem Krematorium eingeäschert. Die Asche wird anschliessend in eine biologisch abbaubare Aschekapsel oder eine Standardurne gefüllt. Die Angehörigen können im Vorfeld entscheiden, ob sie eine Trauerfeier wünschen. Diese Abschiednahme findet vor der eigentlichen Beisetzung statt und kann in einer Friedhofskapelle, im engsten Familienkreis oder an einem neutralen Ort durchgeführt werden.
Der entscheidende Unterschied liegt im Beisetzungsprozess auf dem Friedhof. Bei einer vollkommen anonymen Bestattung erfolgt die Beisetzung der Urne ohne Beisein der Angehörigen durch das Friedhofspersonal. Der genaue Ort und der Zeitpunkt der Beisetzung werden den Hinterbliebenen in der Regel nicht mitgeteilt. Die Asche wird meist auf einem speziellen Gemeinschaftsgrabfeld oder einer Aschestreuwiese beigesetzt. In der Schweiz gibt es zudem die Möglichkeit der anonymen Naturbestattung, beispielsweise im Wald oder in einem Fluss, bei der kein sichtbares Zeichen zurückbleibt.
Da es kein individuelles Grabkreuz und keinen Grabstein gibt, entfällt die spätere Grabpflege vollständig. Dies bietet finanzielle und organisatorische Entlastung. Für die Trauerarbeit kann das Fehlen eines konkreten Bezugspunkts jedoch eine psychologische Herausforderung darstellen. Viele Schweizer Friedhöfe bieten daher halbanonyme Beisetzungen an: Der Name des Verstorbenen wird auf einer zentralen Stele vermerkt, während der genaue Beisetzungsort anonym bleibt.
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