In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bestattungskultur in der Schweiz fundamental verändert. Während früher die Erdbestattung die Norm war, liegt die Quote der Feuerbestattungen (Kremationen) in Schweizer Städten heute oft bei über 80, teilweise sogar über 90 Prozent. Doch was sind die Gründe für diesen deutlichen Trend im Alpenland?
Ein Hauptgrund für die Beliebtheit der Feuerbestattung ist der Wunsch nach individueller Gestaltung des Abschieds. Die Schweiz hat im Vergleich zu den Nachbarländern sehr liberale Bestattungsgesetze. Die Asche von Verstorbenen darf frei in der Natur verstreut werden – sei es auf einer Bergwiese, in einem Wald oder in einem Schweizer See. Diese Naturverbundenheit spricht viele Menschen an, die sich eine freie und ungezwungene Zeremonie wünschen.
Zudem hat sich die gesellschaftliche und religiöse Akzeptanz gewandelt. Die christlichen Kirchen stehen der Kremation heute offen gegenüber. Der Wandel hin zur Feuerbestattung spiegelt somit den modernen Schweizer Lebensstil wider: pragmatisch, naturverbunden, individuell und rücksichtsvoll gegenüber den Hinterbliebenen.
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